Geschichte
Etwa um das 8. Jahrhundert rückt Nabburg in das Blickfeld der Geschichte.
Die bayerische Besiedlung drang von der unteren Naab nach Norden vor. Die Gründung der heutigen Oberstadt Nabburg erfolgte um die Wende des 9. Jahrhunderts.
Die Siedlung auf dem Berg verdankt militärischen Gründen ihre Entstehung, was ja aus dem Ortsnamen "Burg an der Naab" unzweifelhaft hervorgeht. Urkundlich wird Nabburg erstmals im Jahre 929 erwähnt. Schon zu Beginn des neuen Jahrtausends war Nabburg Mittelpunkt der Grenzpolitik und fester Stützpunkt der Grafen im Nordgau. Die "Marca Napurch", wie sie in Urkunden vom 29. Juli 1040 und vom 13. Februar 1061 genannt wird, erlebt ihre Blütezeit unter der Herrschaft der Diepoldinger; nach deren Aussterben um 1254 kam sie in den Besitz Ludwigs des Strengen. In diesem Zeitraum etwa begann sich das Bürgertum zu regen, das in den folgenden beiden Jahrhunderten die Stadt zu einem Höhepunkt in ihrer Geschichte führen sollte.
Herzog Rudolf bestätigte am 31. März 1296 alle bisherigen Privilegien und verlieh Nabburg in Absatz 17 des Freiheitsbriefes alle Rechte der Stadt Amberg. Nach dem Tode des Herzogs fiel die Stadt an Kaiser Ludwig von Bayern, der ihr weitere Privilegien einräumte und sie im Jahr 1317 als unverkäuflich erklärte. Von 1353 bis 1410 war Nabburg Sitz eines Vizedomamtes. Während der Glanzzeit des Bürgertums entstanden die Rechtsstatuten der Stadt, die "Instituta Civilia" (1405), die uns heute einen tiefen Einblick in die damaligen Rechtsverhältnisse ermöglichen.
Die schulischen Verhältnisse waren geregelt in der bereits 1448 erneuerten "Schulmeisterordnung der Stadt Nabburg", die wohl zu den ältesten Schriftstücken dieser Art in der Oberpfalz zählt. In die Zeit der Macht und des Reichtums des Bürgertums fallen auch die Neugründungen weiterer Stadtteile beiderseits des Flusses. Mit Nachdruck ging man um die Mitte des 15. Jahrhunderts daran, die Stadtbefestigung auszubauen. Kurfürst Ludwig befreite durch Privilegien vom September 1429 die Stadt für sechs Jahre von jeglicher Steuer und räumte zusätzlich das Recht ein, 20 Jahre lang Abgaben für Wein, Bier, Met und andere Getränke zu erheben. Nach Abschluss der Arbeiten bot Nabburg nach außen hin das Bild einer wehrhaften, reichen mittelalterlichen Stadt. Nach dem Grundsatz "CUIUS REGIO EJUS RELIGIO" (Der Fürst hat die Religion des Landes zu bestimmen) mussten die Nabburger nicht weniger als fünfmal den Glauben wechseln.
1536, am Sonntag nach Kreuzerhöhung, brannte durch Blitzschlag der nördliche Turm der Stadtpfarrkirche ab. Der Dreißigjährige Krieg und der Siebenjährige Krieg ließen der Stadt keine Atempause; ihre einstige Bedeutung für den Nordgau ging verloren. Vom 1. Weltkrieg wurde Nabburg nicht unmittelbar berührt. Im 2. Weltkrieg wurde noch kurz vor Kriegsende durch einen Brandbombenabwurf ein Teil der Vorstadt Venedig um das "Gasthaus zur Krone" durch Feuer zerstört. Viel Not und Elend kam mit den anschließenden Flüchtlingsströmen. Die Einwohnerzahl stieg sprunghaft an. Langsam normalisierten sich die Verhältnisse wieder, und in Nabburg begann erneut der Aufstieg. Den Kreissitz verlor die Stadt Nabburg 1972 durch die Gebietsreform.
Die Stadt Nabburg - mit rd. 6000 Einwohnern - zählt heute zu den schönsten Städten im Landkreis Schwandorf.
Literaturhinweis: Dausch, Ernst: Stadtführer-Nabburg