Stadtentwicklung Nabburg - Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept:
Nabburg ist in den letzten Jahren noch schöner geworden. Durch die beherzte Zusammenarbeit vieler engagierter Akteure ist es gelungen, unsere einzigartige Oberstadt in einer beispielgebenden Weise zu sanieren, die weit über die Oberpfalz hinaus große Beachtung und Anerkennung findet. Die großzügige Unterstützung durch die Städtebauförderung des Freistaats Bayern und des Bundes hat dabei erheblich geholfen.
Heute steht Nabburg vor neuen Herausforderungen.
Der demografische Wandel erfasst auch unsere Region, verbunden mit einer nicht mehr wachsenden, alternden Bevölkerung. Geänderte Ansprüche an das Wohnen, das Einkaufen und an die Gastronomie haben dazu geführt, dass vor allem in der Unterstadt Läden, Gasthöfe und erste Wohnungen leer stehen. Erheblich verstärkt wird dieses Problem durch die massive Verkehrsbelastung, unter der die Kernstadt durch die Staatsstraße und den Bahnübergang leidet.
Mit der geplanten Umgehungsstraße zeichnet sich endlich eine Lösung für die Probleme der Unterstadt ab. Durch die Verlagerung des Verkehrs ergeben sich gleichzeitig völlig neue Entwicklungsoptionen für den ganzen Bereich zwischen Bahnlinie, Georgen- und Regensburger Straße. Aber auch die anderen Bereiche der Kernstadt stehen angesichts des fortgesetzten Strukturwandels vor neuen Herausforderungen.
Nabburg hat sich deswegen dazu entschlossen, ein "Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept" erarbeiten zu lassen, das die Leitplanken für die Stadtentwicklung der nächsten Jahre setzen soll.
Ein wesentlicher Schwerpunkt ist dabei die Unterstadt:
- Welche Perspektiven bieten sich zukünftig für Georgen- und Regensburger Straße sowie den Bahnhofsbereich?
- Wie wird der neue Stadteingang für Nabburg aussehen, wenn die Umgehung
fertig ist?
Aber auch die Kernstadt als ganzes bleibt im Blick und damit die Frage, wie sich Nabburg künftig noch erfolgreicher als attraktiver Wohn-, Einkaufs-, Kultur- und Wirtschaftsstandort sowie als Besuchsziel mit einzigartiger historischer Kulisse präsentieren wird.
Betrachtet werden deswegen auch die Chancen der zukünftigen Entwicklung von Einzelhandel und Gastronomie sowie Möglichkeiten für eine nachhaltige, energieeffiziente Stadtentwicklung.
Das neue Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ist die Voraussetzung für die weitere Unterstützung der Stadt durch die Städtebauförderung, ohne die größere bauliche Projekte nur schwer zu realisieren sind. Zusammen mit erfahrenen Fachleuten aus den Bereichen Städtebau, Wirtschaft- und Einzelhandel sowie Energieplanung gehen wir den Prozess an. Vor allem aber sind es Ihr Engagement, Ihre Anregungen und Ideen, auf die es auch zukünftig in Nabburg ankommt.
Die Aufwertung des Unteren Marktes ist
eine wichtige Zukunftsaufgabe
Wie wird der Ortseingang aussehen,
wenn die Umgehung kommt?
Bislang ist der Nabburger Bahnhofs-
bereich für Gäste wenig einladend
In Georgen- und Regensburger Straße
bieten sich neue Möglichkeiten, wenn
der Durchgangsverkehr verschwindet
Die Nabburger Oberstadt konnte in den
letzten Jahren vorbildlich saniert werden:
An dieser Qualität muss sich auch die zu-
künftige Stadtentwicklung messen.
Download:
Stadtentwicklung Nabburg - Information zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept [PDF: 1,5 MB]
Quelle:
Prospekt "Stadtentwicklung Nabburg - Informationen zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept, Ausgabe I, Oktober 2010"
V.i.S.d.P.: Stadt Nabburg
Gestaltung/Inhaltliche Betreuung: Arbeitsgemeinschaft UmbauStadt, Weimar
Informationen aus der Auftaktveranstaltung am 26.10.2010:
Am Dienstag, den 26. Oktober 2010 fand um 19.00 Uhr in der Nordgauhalle Nabburg eine Auftaktveranstaltung für das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept statt.
Von der Lenkungsgruppe sowie den an diesem Projekt beteiligten Büros waren anwesend:
- Frau Mirijam Adamovicz, BBE Handelsberatung GmbH
- Frau Dr. Silvia Horn, BBE Handelsberatung GmbH
- Herr Uwe Schwarz, BLS Energieplan GmbH
- Herr Dr. Lars Bölling, Büro UmbauStadt
- Herr Dr. Ulrich Wieler, Büro UmbauStadt
- Frau Karin Axelsson, Büro Umbaustadt
- Herr Armin Schärtl, 1. Bgm. Stadt Nabburg
- Herr Hans Sorgenfrei, Geschäftsstellenleiter Stadt Nabburg
- Frau Heidi Eckl, Stadträtin
- Frau Evi Thanheiser, Stadträtin
- Herr Horst Jäger, Stadtrat
- Herr Erwin Koppmann, Stadtrat
- Herr Frank Zeitler, Stadtrat
1. Begrüßung und Einführung durch den 1. Bürgermeister Armin Schärtl
Der 1. Bürgermeister Armin Schärtl begrüßte zu Beginn der Veranstaltung neben den genannten Vertreterinnen und Vertreter der Büros auch rund 150 Bürgerinnen und Bürger.
Die Fachvorträge der Redner befassten sich mit dem allgemeinen Umfang des Planungs- und Entwicklungsbereiches.
2. Vorstellung der beauftragten Gutachter und der Mitglieder des Lenkungsausschusses
Es wurde angeregt, dass zusätzlich zu den anwesenden Mitgliedern je nach Themenschwerpunkt der jeweiligen Sitzung zusätzliche Experten an den Lenkungsausschusssitzungen teilnehmen sollen. Genannt wurden etwa die Themen Tourismus (z. B. Forum Nabburg, Infozentrum Oberpfälzer Wald) oder Einzelhandel (Gewerbeverein.)
3. Anlass, Ziele und Betrachtungsraum des städtebaulichen Entwicklungskonzepts Nabburg (SEK)
Während der Abendveranstaltung wurde durch einen Teilnehmer angeregt, den Betrachtungsraum nach Nordosten um die Bereiche Ledermühle, Bahnübergang / Naabsteg und das gegenüberliegende östliche Naabufer zu ergänzen. Die Gutachter werden diesen Vorschlag aufgreifen und der Lenkungsgruppe zur Abstimmung vorlegen.
4. Stimmungsbild - Umfrage: Bewertung der Stärken und Schwächen und möglicher Aufgabenstellungen in Nabburg durch die Teilnehmer
Die Lenkungsgruppe begrüßte die Befragung mittels eines Fragebogens an diesem Abend. Von den etwa 150 Teilnehmern der Abendveranstaltung beteiligten sich 98 an der Befragung.
Eine sofortige Auswertung der Fragebögen ergab, dass die Entwicklung der Stadt Nabburg gerade im Altstadtbereich mit sehr guten Noten beurteilt wird. Dagegen wird die Versorgung durch den Einzelhandel in Nabburg als ein großen Problem gesehen.
Die Saalumfrage - Wie ist es um Nabburg bestellt? (Ergebnis)
5. Vorgehensweise - Inhaltliche Schwerpunkte der Gutachter und erste Ergebnisse
Die Gutachter stellten die Schwerpunkte und erste Ergebnisse ihrer Analyse vor. UmbauSTadt präsentierte anhand von Plänen, Luftbildern und Fotos mögliche Vertiefungsstandorte, die im Städtebaulichen Entwicklungskonzept besondere Berücksichtigung finden sollen.
Große Chancen bieten sich der Stadt Nabburg durch die Trassenplanung der geplanten Umgehungsstraße. Hierbei wurde auch auf einzelne Problemobjekte, wie z. B. dem Bahnhofsbereich, hingewiesen. Großes Entwicklungspotential steckt vor allem in den Bereichen entlang der Georgenstraße und der Regensburger Straße.
Frau Dr. Horn und Frau Adamovicz vom Büro BBE Handelsberatung erläuterten hier auch den Zusammenhang sowie die enge Verzahnung zwischen der Stadtentwicklung und dem Handel bzw. der Touristik. Beide sahen ein enormes Potential für die Stadt Nabburg im Touristikbereich.
Herr Schwarz vom Büro BLS Energieplanung zeigte anschließend die Möglichkeiten einer Energieeffizienz auf, die in der Stadtentwicklung, gerade im kommunalen Bereich, stecken (z. B. bei der Straßenbeleuchtung oder bei den kommunalen Liegenschaften usw.).
Die Lenkungsgruppe stimmte der Schwerpunktsetzung der Gutachter zu.
6. Fragen, Anregungen, Diskussion
Aus der Vorstellung der Gutachter ergeben sich während der Bürgerversammlung am Abend eine Reihe von Fragen und Anregungen der anwesenden Bürgerinnen und Bürger:
- Es wird bezweifelt, dass der Bahnübergang an der Ledermühle bei der geplanten Erhöhung der Zugfrequenz (alle 6 Minuten ein Zug) noch benutzbar ist.
- Wird mit der möglichen Modernisierung der Bahnstrecke ein Lärmschutz entlang der Bahnlinie bebaut und was sind die Konsequenzen daraus für die Stadt?
- Ein Einzelhändler befürchtet einen weiteren Rückgang der Kundenfrequenz und das langsame Ausbluten der Regensburger Str.. Befürchtet wird in diesem Zusammenhang auch die Konkurrenz weiterer Märkte am Ortsrand.
- Am Bahnhof wird das Fehlen öffentlicher Toiletten beklagt.
- Betont wird die Wichtigkeit einer Wiederbelebung des Standorts „Hotel Post“, am besten mit einem neuen Hotel, welches auch ganze Busse bewirten und beherbergen kann. Die Realisierungschancen eines solchen Projektes werden gleichwohl aufgrund mangelndem Investoreninteresses kritisch bewertet.
- Auf Rückfrage wird bestätigt, dass der Friedhof Teil des Untersuchungsgebiets ist.
- Generell werde Entwicklungschancen und -bedarf Nabburgs im Tourismus betont.
- Frage nach möglichen Anliegerbeiträgen für Aufwertungsmaßnahmen an Straßen und Plätzen:
Wie bei allen Straßenbaumaßnahmen werden auch durch die Maßnahmen des SEK Anliegerbeiträge fällig. Es besteht gleichwohl die Möglichkeit, über den „normalen“ Ausbaustandard hinausgehende Aufwendungen für eine Innenstadtgerechte Gestaltung (Naturstein, Möblierung, bessere Lampen, Bepflanzung etc.) nicht umzulegen.
Die Gutachter empfehlen dringend dieses auch in der Nabburger Oberstadt praktizierte Vorgehen.
Gutachter und Verwaltung versichern, dass die angesprochenen Aspekte im SEK Berücksichtigung finden werden.
7. Projektorganisation, Zeitschiene, kommende Veranstaltungen
In der Auftaktveranstaltung wurde darüber hinaus das weitere terminliche Vorgehen und die weitere Arbeit der Lenkungsgruppe, welche aus ausgewählten Stadträten und einer Expertenrunde besteht, vorgestellt. Ferner sieht das Städtebauliche Entwicklungskonzept auch Workshops mit erweiterten Expertenrunden, z. B. für die Bereiche Einzelhandel oder Fremdenverkehr, vor.
Phase 1 - Bestandsaufnahme und Analyse
26. Oktober 2010
14.00 Uhr - 1. Lenkungsgruppe,
19.00 Uhr - Auftaktveranstaltung
Phase 2 - Gebietsbewertung, Prognosen und Entwicklungsszenarien
18. Januar 2011
14.00 Uhr - 2. Lenkungsgruppe
19.00 Uhr - Bürgerworkshop
Phase 3 - Strategien, Ziele, Perspektiven
22. März 2011
14.00 Uhr - 3. Lenkungsgruppe
19.00 Uhr - Bürgerworkshop
Phase 3 - Handlungsfelder und Projekte
19. April 2011
14.00 Uhr - 4. Lenkungsgruppe
19.00 Uhr - Stadtforum
Phase 4
17. Mai 2011
14.00 Uhr - 5. Lenkungsgruppe
19.00 Uhr - Stadtrat
Phase 4 - Redaktion und Textfassung
im Juni 2011
14.00 Uhr - 6. Lenkungsgruppe (optional)
19.00 Uhr - Öffentliche Vorstellung der Ergebnisse
Quelle "Information zur Auftaktveranstaltung":
Protokollnotiz: Dr. Lars Bölling, Büro UmbauStadt
(jf)